Wenn es um Drogen geht, wenden sich die Österreicher zunehmend Cannabis zu und kaufen bei "Hausbauern" mit Sitz in Österreich, so eine führende Staatsanwaltschaft in Wiener Neustadt.
"Die Menschen kaufen nicht so viele harte Drogen, sondern zunehmend Cannabis." Interessant ist, dass weniger Drogen importiert werden und das Cannabis häufig im Land angebaut wird, sagte Staatsanwältin Barbara Haider der Zeitung Kurier.
Letztes Jahr gab es mehrere Fälle, in denen die Polizei hochprofessionelle Indoor-Plantagen entdeckte. Der Trend kann teilweise darauf zurückzuführen sein, dass die für den Anbau von Cannabispflanzen notwendige technische Ausrüstung leicht in sogenannten Grow- oder Headshops erhältlich ist.
Haider glaubt, dass ein weiterer Grund für den Rückgang des Imports von Cannabis darin besteht, dass es infolge der Flüchtlingskrise jetzt viel strengere Grenzkontrollen entlang der Balkanroute nach Österreich gibt.
Die österreichische Polizei sagt, dass Erzeuger zunehmend entfernte Industrieräume oder Häuser mieten, um Cannabisplantagen in Innenräumen einzurichten.
Vergangene Woche wurden in Niederösterreich zwei Männer wegen des Verdachts des Handels mit Cannabis, Ecstasy und Kokain verhaftet. Eine Hausdurchsuchung in Leobersdorf fand Drogen wert €90.000. Es wird angenommen, dass die Verdächtigen ihr eigenes Cannabis angebaut und das Ecstasy und Kokain in einem Labor produziert haben.
Wer sich der Produktion und des Verkaufs großer Mengen Cannabis in Österreich schuldig gemacht hat, wird mit einer Gefängnisstrafe zwischen 10 und 20 Jahren konfrontiert.
Das deutsche Parlament hat im Januar ein Gesetz verabschiedet, das offiziell macht Marihuana legal für medizinische Zwecke.
Patienten, die an schweren Krankheiten wie Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen, schwerem Appetitverlust oder Übelkeit durch Chemotherapie leiden, können nun von ihren Ärzten Rezepte für medizinisches Marihuana erhalten.



